Recotard

They've got a god in the basement you can use.

Jesus Loves Me

leave a comment »

Andy’s Gang war eine Kindersendung, die von 1955 bis 1960 lief. Nichts für schwache Gemüter!

(via christiannightmares.tumblr.com)

 

Written by recotard

19. Juli 2014 at 16:37

Veröffentlicht in dessen

Tagged with

Ohne Gott keine Moral

with one comment

Oft habe ich mir vorgenommen, in Ruhe zu erwägen, welches christliche Argument wohl das dämlichste ist: Eine diffizile Frage, da diese Argumente in allen Farben und Geschmacksrichtungen auftreten. Man vergleiche etwa den Abgrund, der aus der Frage “Wenn du nicht an Gott glaubst, warum redest du dann dauernd über ihn?” gähnt, mit dem kuhwarmen Ansatz “Du musst doch nur in die Augen eines Hündchens sehen” oder den Eishöhlen, in denen der Spaemann wohnt. Da ich aber die Fülle der Anregungen vor meiner Rente kaum bewältigen können werde, lasse ich vorerst das Herz sprechen und nominiere Gregor Gysi:

„Ohne Gott und Kirche gibt es keine Moral in der Gesellschaft“, betonte der Politiker (merkur-online.de)

und ich nehme zur Kenntnis, dass Gysi es nur der Existenz Gottes und der Kirche zuschreibt, dass er nicht raubend, mordend und vergewaltigend durch Berlin tobt. Hätte er es nicht vom Berg Sinai, käme er nicht auf die Idee, dass es nicht gut ist, seines Nächsten Gut zu begehren, und hätte die Bibel irrtümlich die Weisung ausgelassen, Ehebrecherinnen zu steinigen, wer weiß, was er dann triebe.

Wer solche Aussagen trifft, hat die Ratio in den Wind geworfen. Er besitzt keine Moral, sondern folgt lediglich Befehlen, und da noch nicht einmal allen. Mit so jemandem legt man sich nicht an, denn man kann nie wissen, wie er reagieren wird. Man bleibt auf der anderen Straßenseite und dankt nur dem Allmächtigen, dass er durch seine Existenz den Gysi irgendwie im Zaum hält, der ja auch so schon beunruhigend genug ist, aber ohne Gott komplett zur Geißel der Menschheit würde.

Ach nein, halt: Laut eigener Aussage glaubt Gysi nicht an Gott.

 

Written by recotard

17. Juli 2014 at 15:30

Veröffentlicht in dessen

Tagged with , ,

Bolschewistenzensur in the U.K.

with 3 comments

Alexander Kissler teilt mit:

Britischer Kulturbolschewismus - Fördergeld nur für Randgruppen-Filme (cicero.de)

Die jüngeren werden nicht mehr wissen, was Kulturbolschewismus ist. Es handelt sich um “ein politisches Schlagwort, das in einem abwertenden Sinn für Künstler, Kunst, Architektur und Wissenschaft verwendet wurde, die entsprechend den Vorstellungen des Nationalsozialismus als zu progressiv und linksgerichtet abgelehnt wurden. (…) Bis 1933 gehörte das Schlagwort zum Vokabular aller bürgerlichen Parteien und bezeichnete Kulturverfall im weitesten Sinne.” (Wikipedia)

Starker Tobak also. Was ist denn geschehen, das Alexander Kissler, der gewiss nationalsozialistischer Sympathien unverdächtig ist, zu solchen Worten greifen lässt? Nun, das British Film Institute hat Bedingungen für die Filmförderung aufgestellt. Achtung, anschnallen!

Dreimal soll der Zensor von September an ein Häkchen setzen, damit dem Regiment der Vielfaltsoligarchie genüge getan wird. Erstens soll eine Hauptfigur einer benachteiligten Gruppe angehören und diese in ein positives Licht rücken; zweitens sollen 30 Prozent der Nebenfiguren dieses Gebot erfüllen, und drittens sollen die Arbeitsbedingungen so beschaffen sein, dass sich die „Angehörigen von Minderheiten“ am Set wohl fühlen.

Wer Kisslers Beschreibung mit seiner Quelle vergleicht, wird feststellen, dass seine Punkte 1 und 2 eigentlich einer sind, während sein Punkt 3 zwei sind. Aber Schwamm drüber, man kann derlei Quoteninstrumente gewiss für fragwürdig halten. Schade nur, dass sich Kissler, anstatt seine Meinung argumentativ zu untermauern, ins polemische Unterholz verirrt und das BFI “Zensor” nennt, als wäre das bevorzugte Machtmittel der Zensoren, Künstler auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen in den Kerker zu werfen zum Frontdienst zu verdonnern mit Schreibverbot zu belegen Werke zu verbieten Künstlern das Fördergeld zu verweigern.

Neue Stufen der Filmkultur wird Britannien erklimmen. James Bond war gestern, nun heißt es: „Jennifer – eine Alleinerziehende schlägt sich durch.“ Oder „Im Namen der Väter. Patchwork on the rocks.“ Vielleicht auch: „Ibrahim und seine vier Frauen. Geschichte einer Leidenschaft.”

Nicht gerührt, nein: Geschüttelt von der Furcht, James Bond müsste ohne Förderung auskommen, schneiden wir auf ein Close-Up Kisslers: Hartes Unterlicht, polygame Visionen umtanzen sein Haupt, auf der Tonspur wird das Theremin nervös. Er ruft aus:

Der Staat begreift sich – selbst im ehemals so liberalen, pragmatischen Vereinigten Königreich – als Agent einer Weltanschauung, die er seinen Untertanen, die einmal Bürger waren, aufzwingen will.  Es sind die feuchten Träume eines Lenin, eines Mao, die hier in vermeintlich bester Absicht wahr werden.

Aufzwingen – der Zensor – den Untertanen – mit der Filmförderung – Lenin – Mao – vier Frauen – feuchte Träume – die Bolschewisten! Oh, it makes me mad! Mad!

Aber das Mäzenatentum sieht nun einmal so aus, dass der Geldgeber für sein Geld eine Sonntagsmesse fordert und unwirsch wird, wenn man ihm stattdessen ein Revolutionsoratorium liefert. Dies ist ein legitimer marktwirtschaftlicher Vorgang, und wer die Ansprüche des Geldgebers nicht gut findet, muss sich ihnen nicht unterwerfen. Um einen Film zu drehen, braucht der Filmemacher der Gegenwart eine Kamera, einen Laptop, Gleichgesinnte und einen Gratis-Account bei einem Videohoster. Das ist alles, und wenn es um die Kunst geht und nicht um James Bond, reicht es auch. Die liberale, pragmatische Aufgabe des Staates aber besteht darin, den Film ebenso wenig zu verbieten wie Kolumnen, in denen Apokalyptiker vom Kulturverfall feucht träumen, weil Randgruppen gefördert werden sollen.

 

Written by recotard

17. Juli 2014 at 10:55

Veröffentlicht in dessen

Tagged with

Schneider: Bei der Sterbehilfe ist die Liebe entscheidend

with 2 comments

Zwei Meldungen, innerhalb weniger Minuten im RSS-Reader aufgeschlagen:

(…) der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, wandte sich strikt gegen den organisierten “assistierten Suizid”. “Jeder Versuch, die Beihilfe zur Selbsttötung zu institutionalisieren, sei es gewerbsmäßig, sei es geschäftsmäßig, setzt Anreize, Selbsttötung zu normalisieren”, betonte er. Damit aber wäre eine Grenze überschritten. Aktive Sterbehilfe aus pragmatischen, finanziellen oder ideologischen Gründen sei für ihn “Sünde” und widerspreche dem Willen Gottes. (domradio.de)

Zu unterscheiden ist aber Schneiders Meinung, was die organisierte Beihilfe zur Selbsttötung anlangt, von seiner Meinung in Bezug auf die freihändige, laienhafte Sterbehilfe:

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kicrhe [sic] in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat seiner krebskranken Frau Anne zugesichert, sie im Ernstfall in ihrem Wunsch nach Sterbehilfe zu unterstützen. “Das wäre zwar völlig gegen meine Überzeugung”, sagte Schneider der ZEIT. “Aber am Ende würde ich sie wohl gegen meine Überzeugung aus Liebe begleiten. (…) Die Liebe ist entscheidend.” (zeit.de)

Diese Erkenntnis ist immerhin ein erster Schritt. Nun muss er sich noch vorstellen, dass einem Menschen in dieser Situation die Mittel fehlen, seine Frau effektiv zu begleiten. Dass er auf hilflose Versuche mit Tabletten und Rasiermessern angewiesen ist, bis er verzweifelt in einer Pfütze von Blut und Erbrochenem steht, das Schmerzenswimmern seiner Frau immer lauter und lauter wird und er sich nur noch wünscht, es gäbe eine pragmatisch agierende Organisation, die in solchen Fällen Hilfestellung leisten könnte, und nicht eine Organisation, die über den Willen Gottes fabuliert.

Written by recotard

16. Juli 2014 at 11:04

Veröffentlicht in dessen

Tagged with ,

Märchen, Werte, Diktaturen

with 7 comments

Gott ist der Herr des Lebens – darum dürfen sich Menschen nicht an ihm vergreifen! Wenn und weil Gott selbst das Leben schenkt und nimmt, müssen wir alles dran setzen, dass sich die Menschen nicht zum Herrn des Lebens aufschwingen. (…)
Es ist höchste Zeit, dass wir das Märchen überzogener Selbstbestimmung des Menschen entmythologisieren. Keiner von uns hat sich selbst dazu entschlossen zu leben. An unserer eigenen Entstehung war keiner mit eigener Willensbildung beteiligt. Und das ist gut so! Darum ist es aber doch nur folgerichtig, dass es auch keinen selbstbestimmten Tod gibt. (Hartmut Steeb)

Darum ist es aber auch nur folgerichtig, dass es kein selbstbestimmtes Leben geben kann: Da sei Gott vor, in dessen Namen wir Entmythologisierung betreiben. Herr Steeb (verheiratet, 10 Kinder) hat zwar keinen Geschmack für Ironie, sonst wäre er beim Versuch, unter Bezugnahme auf Gott abschätzig von Märchen zu reden, vom Podest gekippt, aber er hat ein Leitmotiv:

Da wundert es auch nicht mehr, dass das Gebot „Seid fruchtbar und mehret euch“ kein Zitat wert ist. (ead.de)

Wir müssen Kindern Mut machen für die Ehe und das Weitergeben von Leben. (daserste.de)

Neue Väter braucht das Land! Gewiss, bessere. Aber vor allem Väter, einfach Väter. Denn ohne Väter gibt es auch keine Mütter. Und ohne Mütter gibt es keine Kinder und ohne Kinder gibt es keine Zukunft. (PDF)

Steeb hat aber auch – und hier kippt der bislang nur peinliche Lebenswahn ins Bedrohliche - klare Vorstellungen, was benötigt wird, um dieses Ziel zu erreichen:

Die Gesellschaft braucht Werte, die müssen unabhängig von der Mehrheit gelten. Wir brauchen Werteordnungen, die nicht von wechselnden Mehrheiten über den Haufen geworfen werden können.

Es erübrigt sich gewiss, zu erwähnen, dass Steeb und Freunde die Werteliste schon parat haben. Wir tun gut daran, uns an diesen Wunsch nach Werten, “die nicht von wechselnden Mehrheiten über den Haufen geworfen werden können”, zu erinnern, wenn wir wieder einmal das Märtyrergeschrei einer moral minority hören, die wehklagt wie die arme Seele im Fegefeuer, weil die Diktatur des Relativismus sie angesichts solcher Visionen in den Privatbereich evakuieren will.

Written by recotard

15. Juli 2014 at 14:12

Veröffentlicht in dessen

Tagged with , , , , ,

Apologeten zum Tage

leave a comment »

Norman L. Geisler und Ronald M. Brooks sind die Autoren des Buches When Sceptics Ask. Als Skeptiker bin ich natürlich neugierig auf ein Buch, dessen gläubige Autoren im Vorwort versichern:

The objections that unbelievers raise are usually not trivial. They often cut deep into the heart of the Christian faith and challenge its very foundations.

Und ich schlage Seite 147 auf:

 HOW DO WE KNOW THAT THE BIBLE CAME FROM GOD?

We know that the Bible came from God for one very simple reason: Jesus told us so. It is on His authority, as the God of the universe, that we are sure that the Bible is the Word of God. He confirmed the Old Testament’s authority in His teaching, and He promised an authoritative New Testament through His disciples. The Son of God Himself assures us that the Bible is the Word of God.

Wir lernen: Der Teufel hat die Apologeten gemacht, um uns vom Glauben abzubringen, denn sie schneiden tief ins Herz des christlichen Glaubens. “A fact so dread,” he faintly said, “extinguishes all hope!”

Written by recotard

13. Juli 2014 at 20:31

Veröffentlicht in dessen

Tagged with

Gastbeitrag: Der Kampf um die Volksvermehrung

leave a comment »

Dem Neuen Wiener Journal vom 5.2.1918 entnehmen wir die folgende Warnung, die auch nach fast 100 Jahren nichts von ihrer Aktualität verloren hat:

Der Kampf um die Volksvermehrung
Die Verhütung der geschlechtlichen Verirrungen.

(…) Es ist ja klar: Deutschland benötigt Familienväter. Die vielen Homosexuellen scheiden als unbrauchbar für die Volksvermehrung aus. Nun hat sich der berühmteste deutsche Psychiater Professor Kraepelin (München) in der „M.M. A.” zu dieser Frage mit einem Aufsatz „Geschlechtliche Verirrungen und Volksvermehrung” geäußert.

Er bestreitet, daß es sich bei der Homosexualität um eine angeborene abnorme Hirnanlage handelt. „Das Wichtigste”, sagt Kraepelin, „ist die Möglichkeit aller vorbeugenden Bekämpfung der gleichgeschlechtlichen Neigungen. So aussichtslos der Kampf gegen Mißbildungen der geschlechtlichen Hirnanlage sein würde, so hoffnungsvoll erscheint die Aufgabe, psychopathisch veranlagte und darum gefährdete Personen vor solchen Einwirkungen zu schützen, die in der Kindheit oder in den Entwicklungsjahren den früh erwachten, unreifen Geschlechtstrieb in falsche Bahnen lenken könnten. Hier werden zunächst alle Maßregeln in Anwendung zu ziehen sein, die imstande sind, das vorzeitige Auftreten geschlechtlicher Regungen zu verhindern, Abhärtung, reizlose Kost, kühles, hartes Lager, Ausbildung des Willens durch körperliche Übungen und Betätigung aller Art, Zurückdrängen der meist sehr regen Einbildungskraft, Fernhaltung aller geschlechtlich anregenden Eindrücke. sorgsame Überwachung des Lesestoffes, Vermeidung körperlicher Züchtigungen, enger Berührungen mit Kameraden und müßigen Bettliegens. (…)

Bei weitem die wichtigste Aufgabe aber wird sein, die Jugend vor der Verführung zu homosexueller Betätigung zu schützen. Außer der Vermeidung bedenklicher Gelegenheiten und der rechtzeitigen Lösung allzu inniger Freundschaften ist namentlich die entschiedenste Bekämpfung der homosexuellen Werbearbeit und weitestgehender gesetzlicher Schutz gegen die Beeinflussung durch Personen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen erforderlich.  (…)

Es ist wohl keine zu kühne Behauptung, daß die Leser und vielleicht auch die Verfasser dieser ungeheuerlichen Literatur nur zum kleinen Teil durch rein wissenschaftliche Interessen geleitet waren. Vielmehr kann es keinem Zweifel unterliegen, daß durch die unausgesetzte Behandlung dieser Fragen in der breitesten Oeffentlichkeit bis in die Tagespresse hinein zahllose Menschen zu eifriger Beschäftigung mit den geschlechtlichen Verirrungen angeregt wurden, die sonst nie in ihrem Leben davon gehört hätten. (…) Wenn es wahr wäre, wie Hirschfeld behauptet, daß in Deutschland 1,200.000 Homosexuelle vorhanden sind, so würde sicherlich der größte Teil davon durch den schlimmen Einfluß der jedes erträgliche Maß überschreitenden Flut von Schriften über die geschlechtlichen Verirrungen zugeschrieben werden müssen.

Glücklicherweise haben wir allen Grund, jene Behauptung für durchaus unrichtig zu halten. (…) Es zeigt sich nämlich sofort, dass die Homosexuellen, wie die Psychopathen überhaupt, in den gebildeten Ständen ungleich häufiger sind als in den Massen des Volkes, und daß sie sich in den Großstädten anhäufen, während sie auf dem Lande nur äußerst kümmerlich gedeihen. Gerade diese Tatsachen lehren uns den ungeheuren Einfluß der Verführung durch Wort und Schrift, und sie zeigen uns den Weg, den wir zu beschreiten haben: Möglichste Verlegung der Erziehung psychopathischer Kinder in ländliche Verhältnisse und rücksichtslose Unterdrückung aller Veröffentlichungen über geschlechtliche Verirrungen, die nicht lediglich für streng wissenschaftliche Kreise bestimmt sind. (…)

Es ist eine ebenso wichtige wie traurige Tatsache, daß die gleichgeschlechtliche Verführung in weitem Umfang die jugendlichen, ja kindlichen Altersstufen in ihre Netze zu ziehen sucht. Das hängt zum Teil mit den geschlechtlichen Reizen der Jugend überhaupt, zum Teil aber auch mit der scheuen, weichlichen Veranlagung vieler Homosexueller zusammen, die ihnen die Erreichung ihrer Ziele bei Kindern leichter und ungefährlicher erscheinen läßt. Gerade bei geschlechtlicher Unreife ist aber die Gefahr, durch Verführung auf Abwege zu geraten, am größten Je zielbewußter und anmaßender also das angebliche dritte Geschlecht sein Haupt erhebt und seine vermeintlichen Rechte geltend zu machen sucht, desto stärker muß der Schutz sein, der unsere Jugend vor der Abirrung und Entwertung ihres Fortpflanzungstriebes bewahrt.

Wir dürfen uns allerdings darüber keiner Täuschung hin geben, daß mit strafgesetzlichen Bestimmungen allein die geschlechtlichen Verirrungen nicht bekämpft werden können. Daneben werden alle Bestrebungen zu fördern sein, die ein natürliches Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern herzustellen geeignet sind, die ein zu frühes Erwachen der Sinnlichkeit verhindern, die den Willen und die Fähigkeit der Selbstbeherrschung kräftigen, endlich die Frühehe begünstigen und die Freude an der Nachkommenschaft heben. So werden alle die Maßregeln, die einer gesunden Fortpflanzungspolitik dienen, auch den geschlechtlichen Entgleisungen entgegenarbeiten, und umgekehrt wird die Eindämmung dieser letzteren ein schleichendes Gift aus unserem Volkskörper verdrängen, das sein Wachstum in empfindlicher Weise zu schädigen geeignet ist.

Written by recotard

12. Juli 2014 at 19:55

Veröffentlicht in dessen

Tagged with ,

Sabbat unter Kriegsbedingungen

with 9 comments

Israels Oberrabbiner David Lau hat die jüdische Bevölkerung auf einen ersten Sabbat unter Kriegsbedingungen eingestimmt. (…)
In Haushalten ohne ständige Notbeleuchtung und mit Kindern, Alten, Kranken oder psychisch labilen Menschen sei es statthaft, bei Dunkelheit eine Taschenlampe für eine mögliche Flucht in den Luftschutzraum zu benutzen, so der Rabbiner. Allerdings solle man den Schalter nicht mit der Hand betätigen, sondern beispielsweise gegen die Wand drücken. (kathweb.at)

 

Written by recotard

11. Juli 2014 at 16:16

Veröffentlicht in dessen

Der Tag geht, der Moraltheologe kommt

leave a comment »

Fachleute aus Kirche und Medizin fordern ein Umdenken beim Thema Sterbehilfe. Statt das Recht auf Selbsttötung gesetzlich möglichst breit zu verankern, sollten Gesellschaft und Politik für eine würdevolle Begleitung Todkranker sorgen. (radiovaticana.va)

Und statt Steaks zu essen, sollten die Fachleute öfter mal ein gutes Buch lesen, z.B. “Gegensätze konstruieren – aber richtig”, denn wieso einander das Recht auf Selbsttötung und die würdevolle Begleitung Todkranker ausschließen sollen, weiß kein Mensch. Aber die Fachleute lesen lieber “Würde als Konjunktiv: Selbstbestimmung im Kontext der Moraltheologie”:

Der katholische Moraltheologe und Mitbegründer der sogenannten „Spiritual Care“, Gerhard Höver, sagte dazu: „Sterbebegleitung ist Vertrauenssache.”

Und ich kann meine Leser nur bitten, mir zu glauben oder im Original nachzulesen: Ich erfinde das alles nicht. Höver wirft uns in der Tat einen leicht adaptierten Werbeslogan aus grauer Vorzeit an die Köpfe. Der Tag geht, der Moraltheologe kommt.

“Und Spiritualität ist dabei nicht nur ein Element, sondern das tragende Dach der Hospizbewegung.“

Bei profanen Gebäuden sind es freilich meistens Fundament und Wände, die das Dach tragen, aber hey, nichts ist unmöglich. (Im Falle eines Falles trägt Glaube einfach alles.)

Oft würden sich Betroffene und Familienangehörige in dieser Grenzsituation an ihren Glauben zurückerinnern. Deshalb gehe es bei der Begleitung todkranker Menschen neben dem Fachwissen auch um spirituelles Wissen, sagt Andrea Schaeffer von der Kölner Diözesancaritas: „Da kann es auch wichtig sein zu wissen, wie eine Krankensalbung oder andere Rituale funktionieren“.

Im Hospiz weiß man, was Sterbende wünschen und wie die Rituale funktionieren, und ich bin – wiewohl kein jugendfreies Wort ausdrücken könnte, was mir zum Konzept “spirituelles Wissen” einfällt – durchaus nicht gegen Hospize. Ich bin allerdings dagegen, sie als alternativlos zu setzen: Alle gute Absicht wird zur gefährlichen Drohung, wenn ein diktatorischer Geist sich anmaßt, Andersdenkenden das Recht abzusprechen, selbst über ihr Leben zu entscheiden. Um es noch deutlicher zu sagen, kann ich nur meine Urgroßmutter zitieren, die, sich mit letzter Kraft im Bett aufrichtend, dem eintretenden Priester zurief: “Hinaus!”

 

Written by recotard

8. Juli 2014 at 18:00

Wurzeln, die Flügel schenken, ein Armutszeugnis und wer nicht Spiderman ist

with 10 comments

“Auch wenn in unserem Land die Säkularisierung unübersehbar ist, denke ich grundsätzlich: Kinder brauchen Religion”, sagte Käßmann (…) Kinder und Jugendlichen [sic] müssten “erst eine Religion kennenlernen, um sich dann eines Tages dafür oder dagegen entscheiden zu können”, fügte die frühere EKD-Ratsvorsitzende hinzu. (ekbo.de)

Warum denn nicht zwei oder fünf? Ach, Frau Käßmann muss man nicht erst kennenlernen, um sich für oder gegen sie entscheiden zu können. Als eine der unschärfsten KritikerInnen der Säkularisierung fällt ihr offenbar nicht ein, dass man auch diese erst kennenlernen muss, um sich dann eines Tages dafür oder dagegen entscheiden zu können. (Zwischen einem “Kennenlernen” und planmäßiger Indoktrination zu differenzieren, wäre wohl vollends zu viel verlangt.)

Nun hat Frau Käßmann hier wohl einen Text von 2013 wiederverwertet, und während dies natürlich ihr gutes Recht ist (Herr Ratzinger hat’s vorgemacht), treibt mich mein Dämon zur Lektüre:

Mit der Diskreditierung von Religion in den westlichen Industriegesellschaften haben sich die Menschen elementare Grundvoraussetzungen der Selbsterkenntnis durch Gott als Gegenüber genommen und das aus der Lebenszusage Gottes gewonnene Grundvertrauen.

Weiß Gott, um wieviel elender die Menschen geworden ist, denen man nacheinander den Glauben an den Osterhasen, das Reinheitsgebot, den Führer, das Profi-Wrestling, die soziale Marktwirtschaft und Gott genommen hat. Nein, das ist kein schöner Anblick und man könnte ein Buch darüber schreiben. Frau Käßmann wird es aber nicht tun; ihre Bücher tragen fröhliche Titel wie “Die Botschaft der Engel”, “Wurzeln, die uns Flügel schenken” oder gar “Das christliche Fußball-Album”. (An dieser Stelle sei eingestanden, dass ich vergeblich versucht habe, den passenden Text zum Titel “Jesus ist die Partnerstadt der Liebe” zu finden. Ich gebe den Titel hiermit frei.)

Wo können Kinder heute ihre existentiellen Fragen stellen? Während des Kirchentages in Hannover 2005 hatten wir ein Kinderzentrum eingerichtet. Kinder konnten ihre Fragen stellen, und Erwachsene mussten Rede und Antwort stehen. Offen gestanden fand ich die Stunde dort anstrengender als so manches Podium. Ein Kind fragte: “Was macht Gott mit den bösen Menschen?” Ein anderes zeigte mir seine von Neurodermitis gezeichneten Arme und sagte: “Warum macht Gott mich denn nicht gesund?” Und ein kleiner Junge sagte: “Weißt du denn, wo mein Opa jetzt ist, ich habe ihn so lieb gehabt!”

Frau Käßmann teilt leider nicht mit, was sie den Kindern geantwortet hat, aber fest steht, dass sie Antworten bieten konnte, denn:

Kinder und Jugendliche haben tiefe und religiöse Fragen. Ich finde, es ist ein Armutszeugnis, wenn sie abgebügelt werden mit einem lapidaren “Weiß nicht!”

Das finde ich freilich auch. Man sollte ihnen sagen, dass die Frage nach der Neurodermitis eine Antwort hat, aber

die Antwort ist eben nicht, Gott lässt Leid zu, Gott lässt Menschen bewusst leiden wie Marionetten und entscheidet, hier mal Leid und dort kein Leid, sondern Gott steht uns im Leiden bei. Das sagt der christliche Glaube. Gott gibt uns im Leiden die Kraft, das Leiden durchzustehen und zu leben. (Margot Käßmann)

Wo der tote Opa ist?

Also unsere Toten sind nicht verloren, sondern ich glaube daran, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. (Margot Käßmann)

Und was die bösen Menschen angeht:

Das Böse sei eine Realität in dieser Welt. Freilich könne sie Gott nicht für das Leid verantwortlich machen: „Ich kann ihn nur bitten, Menschen die Kraft zu geben, das Leid zu ertragen und zu überwinden.“ Gott sei „nicht Spiderman, der in das Geschehen eingreift“. (Margot Käßmann)

Und wenn das die Kinder und Jugendlichen nicht dazu ermutigt, entweder Gott oder dem Green Goblin zu folgen, weiß ich auch nicht weiter.

Written by recotard

7. Juli 2014 at 18:29

Veröffentlicht in dessen

Tagged with

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

%d Bloggern gefällt das: